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Meiß-Chöre, Blechbläser und Südkoreaner zünden ein emotionales Feuerwerk

Abschlusskonzert in der Stiftsruine

Osthessen News, Beitrag vom 10. September 2018

Rund 4000 Besucher und 158 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, davon 40 Mädchen und Jungen, die seit Juni in den großen Chor integriert wurden und beim Abschlusskonzert der 68. Bad Hersfelder Festspiele ihren ersten großen Auftritt mit sichtlicher Freude und Begeisterung meisterten, sind rekordverdächtig. Mit diesen Zahlen wartet Ulli Meiß auf, der am Wochenende bei drei Veranstaltungen die Stiftsruine jeweils bis auf den letzten Platz füllen konnte.

 

Der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg, das Blechbläser-Ensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unter seiner Leitung zündeten ein zweieinhalbstündiges Feuerwerk der Emotionen, an dem auch der herausragende Cheorwon Boys and Girls Choir aus Südkorea unter der Leitung von Hye-Won Jang großen Anteil hatte. Chöre und Blechbläser eröffneten das Konzert mit „Conquest of Paradise“ und setzten dabei den Aufmarsch der singenden Protagonisten mit allen Möglichkeiten, die die Stiftsruine bietet, bildgewaltig in Szene.

„Ein Aufmarsch dieser Art musste über zehntausende von Kilometern eingeübt werden“, scherzt Ulli Meiß. Tatsächlich weilt der südkoreanische Chor seit einigen Tagen in der Festspielstadt, erkundete neben den unzähligen Proben mit seinen Gastgebern Stadt und Umland zum Beginn einer angestrebten langen Freundschaft und Partnerschaft.

Auch in diesem Jahr präsentierten die Meiß-Chöre, bei denen als Gäste 14 Schülerinnen und Schüler der Konrad-Adenauer-Schule Fulda mitwirkten, und die Blechbläser ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Repertoire, das die Zuhörer im tiefsten Inneren berührte, aber auch erheiterte und zum begeisterten rhythmischen Klatschen animierte.

Bei „Ein dunkle Wolk“ wurde mit flüsternder Stimme, einem eingesetzten Regenstab und durch mehrfach gemeinsames Springen erzeugter Donner eine nahezu mystische Stimmung erzeugt. Die dringend benötigten Aida-Trompeten für das unverwechselbare Klangerlebnis des Triumphmarsches aus der Oper „Aida“ entpuppten sich dank der Solisten Björn Diehl und Dirk von Sierakowsky als wohlklingende Trichter.

Die Blechbläser, ohnehin eine Klasse für sich, überzeugten weiterhin mit dem „Einzug der Gladiatoren“, sorgten für Walzerstimmung mit „An der schönen blauen Donau“ und für einen Gänsehautmoment mit „The Sound of Silence“, der noch übertroffen wurde von Solosängerin Marisa Linß, die den Adele-Song „Skyfall“ stimmlich unglaublich gut und einfühlsam interpretierte und so für einen absoluten Höhepunkt des Programms sorgte. Bei „Major Tom“, der völlig losgelöst von der Erde durch den Weltraum fliegt, hob Matheus Drzewiecki als Solist ab, während das Publikum in den eingängigen Refrain fröhlich einstimmte.

„Rhythm of Life“ ist das Motto des pulsierenden Chores, ein „Statement für Bad Hersfeld“, wie Chorleiter Ulli Meiß betont, der mit Leidenschaft, musikalischer Kompetenz und künstlerischer Professionalität die Chormitglieder motiviert, anschaulich vermittelt, Qualität fordert und somit die Grundlagen für das Wachsen einer eingeschweißten Gemeinschaft bedient. Die Qualität und der Erfolg der Meiß-Chöre kommen nicht von ungefähr. Effektive Probenarbeit, musikalische Notwendigkeiten wie Intonation und Dynamik, die Arbeit am Chorklang und die Möglichkeit, durch gute Stimmbildung auch die Voraussetzung für die stimmliche Ausdruckskraft zu schaffen, sind wichtige Bausteine.

Gemeinsame großartige Erlebnisse wie die diesjährige Reise der „musikalischen Botschafter aus Bad Hersfeld“ nach Namibia verbinden zusätzlich. Mit einer „Hommage an Afrika“ teilten sie ihre eindrucksvollen Erlebnisse mit dem Publikum. Mit aktuellen Hits aus Rock und Pop wie „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen oder „Hungriges Herz“ von Mia (tolles Solo von Sophia Götz) trafen sie den Publikumsgeschmack ebenfalls.

In die Herzen der Konzertbesucher sangen und tanzten sich ganz besonders die südkoreanischen „Boys and Girls“ unter anderem mit dem Jägerchor aus der Oper „Der Freischütz“ oder „Hangangsu Talyeong“ und machten deutlich, dass Musik alle Grenzen und Sprachbarrieren überwinden kann.

Mit „I will survive“ endete das offizielle, mit stehenden Ovationen gefeierte Programm. Die Zugabe „You raise me up“ ging schon unter die Haut, wurde aber noch übertroffen mit der „Ode an die Freude“ mit allen an dem Konzert Beteiligten auf der Bühne. Ulli Meiß dirigierte die Blechbläser, Hye-Won Jang die Chöre. Um ein so fantastisches Konzert angemessen zu würdigen, bedarf es Superlativen.  Den Chören und den Blechbläsern ist es möglich, über alle musikalischen Genres hinauswachsen zu können und dabei immer wieder einen wahren Hörgenuss und beste Unterhaltung zu bieten.

von Gudrun Schmidl