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Helfen wollten sie auf jeden Fall

Siebte Klasse vom Obersberg wollte wissen, wie sich Hilfsbereitschaft anfühlt

Bad Hersfeld – Helfen und Gutes tun, weil es einem selbst einfach gut geht: Das haben mehr als 20 Siebtklässler der Gesamtschule Obersberg in den vergangenen  Wochen getan. Im Religionsunterricht haben sie beschlossen, selbst einmal in die Helferrolle zu schlüpfen – und dies in verschiedenen kleinen Projekten umgesetzt.

„Wir haben uns im Unterricht mit den christlichen Hilfsdiensten und damit, wie man anderen helfen kann, beschäftigt“, berichtet Daniel Faßhauer, der Lehrer für evangelische Religion in der Klasse G7c. Dabei habe man auch überlegt, wie es jenen Menschen gehe, die anderen helfen. In diesem Kontext sei die Idee entstanden, dass man eigentlich auch selbst einmal helfen könne.

Er sei sofort dafür zu begeistern gewesen, erinnert sich Faßhauer. „Ich habe gesagt: Das ist eine tolle Idee! Allerdings haben wir im Unterricht dafür keine Zeit, sondern müssten solche Projekte außerhalb der Unterrichtszeit machen.“ Auch von einer Bewertung sah er bewusst ab. „Es war eine freiwillige Sache, niemand war dazu  verpflichtet“, erklärt er. „Wer meinte, er möchte aufgrund unserer Unterrichtseinheit etwas Gutes machen, konnte das tun.“

Dass dies der gesamte Religionskurs wollte, stand für die Schüler außer Frage und sogar die katholischen Mitschüler schlossen sich an. Sie bildeten sechs kleine Gruppen,
überlegten sich Projekte und tauschten sich im Unterricht immer wieder mit ihrem Lehrer aus. Im Anschluss folgte die Umsetzung der Pläne – bei den einen als Aktion an einem Tag, bei den anderen kontinuierlich über mehrere Wochen.
Eine Gruppe besuchte zum Beispiel verschiedene Arztpraxen in Bad Hersfeld und brachte den dort arbeitenden Menschen kleine Geschenke. „Beispielsweise Schokolade“, erzählen die Schüler und sagen: „Wir wollten einfach denen Gutes tun, die sonst immer anderen Menschen helfen.“

Das Verteilen von Süßigkeiten in der Seniorenresidenz in Niederaula, eine wöchentliche Spielerunde in einem Bad Hersfelder Seniorenheim, der Verkauf von selbst gebackenem Kuchen in der Schule zugunsten der Hersfelder Tafel oder das Spielen, Basteln, Singen und Tanzen mit Flüchtlingskindern im Café ohne Grenzen: Auch diese
Ideen sind entstanden und wurden anschließend in die Tat umgesetzt.

Dass Helfen auch mit Widerständen verbunden sein kann, diese Erfahrung machte eine weitere Gruppe. Um samstags im Kurpark Orangensaft, Glühwein und Kuchen gegen Spenden verteilen zu dürfen, brauchte sie eine offizielle Genehmigung der Stadt. Dies sei alles andere als einfach gewesen, berichtet Faßhauer und lobt die  Hartnäckigkeit seiner Schüler.

Für die Jungs war diese Hartnäckigkeit selbstverständlich. „Man kann nicht einfach wegsehen und sagen: Das geht mich nichts an“, erklärt Justus Schlenkrich seinen Einsatz für das Projekt und wird von seinem Freund Linus Bingel bestärkt: „Wenn es nicht geklappt hätte, hätten wir uns ganz sicher etwas anderes überlegt. Wir wollten Geld sammeln und für die „Kleinen Helden“ spenden – und das hätten wir auch auf jeden Fall irgendwie gemacht.“

Bericht und Foto von Kristina Marth

Die Klasse G7c der Gesamtschule Obersberg mit Schulleiterin Kerstin Schmidt und Religionslehrer Daniel Faßhauer (rechts)

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