Musik

 

Die praktische musikalische Arbeit im Musikunterricht und besonders auch im gemeinschaftlichen Zusammenspiel in einem Ensemble fördert nachweislich nicht nur musikalische, sondern auch in hohem Maße soziale und individuelle Kompetenzen. Der Entwicklung von Kompetenzen fällt in der heutigen Gesellschaft eine besondere Bedeutung zu. Jugendliche müssen über gewisse Kompetenzen und Standards verfügen, um in ihrer Zukunft – beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt, aber auch im gesellschaftlichen Leben – Fuß fassen zu können. Dabei sind selbstständige Erfahrungsmöglichkeiten im Vergleich zu der konsumierenden „Aneignung von Kultur" von wachsender gesellschaftlicher Relevanz.
Seit dem Jahr 2010 ist die GSO „Schule mit Schwerpunkt Musik". Dieser Schwerpunkt ist im Juli 2014 – nach der Beantragung der Rezertifizierung – vom Hessischen Kultusministerium für vier weitere Jahre bestätigt worden. Die Zertifizierung der GSO in Bad Hersfeld als „Schule mit Schwerpunkt Musik" basiert auf einer langen kontinuierlichen musikalischen Arbeit. Die Erfolge dieser Arbeit werden anhand des großen, umfangreichen musikalischen Angebots der Schule sichtbar. So existieren Chor-AG, die Blechbläser-AG und die AG Bigband bereits seit ca. elf Jahren in Kooperation mit der benachbarten Modellschule Obersberg und haben die Schule im Laufe dieser Zeit durch vielfältige Auftritte im Großraum Bad Hersfeld, aber auch auf verschiedenen Konzertreisen ins Ausland musikalisch repräsentiert.
Zusätzlich existiert seit ca. sechs Jahren die Orchester-AG der Schule, ebenfalls in Kooperation mit der Modellschule Obersberg, welche den Bereich der klassischen symphonischen Musik, der Filmmusik und den Rock- und Pop-Bereich abdeckt und Schülerinnen und Schüler mit weiteren Instrumentengruppen wie beispielsweise Streicher, Holzbläser, Piano integrieren kann.
Des Weiteren bestehen Kontakte zum Hessischen Rundfunk (u.a. Bigband, Orchester, Chor). So fanden bereits Workshops, Aufnahmen (Fernseh- und Audioaufnahmen u.a. der Chor-AG) und Konzerte – zuletzt auf der Schultour des HR-Sinfonieorchesters – in der Schule als auch in Frankfurt statt.
Aus dieser musikalischen Arbeit heraus hat sich das Konzept der Musikklassen – zunächst der Chor- und Bläserklassen, vor vier Jahren folgten die Streicherklassen – entwickelt, in die sich Anfang der 5. Jahrgangsstufe jährlich ca. 70-80 Schülerinnen und Schüler (zwei Chorklassen, jeweils ein Bläser- und Streicherklasse) einwählen. Demzufolge haben sich die musikklassenspezifischen Arbeitsgemeinschaften wie Vorchor 5/6, Streicher-AG 5/ 6 und Bläser-AG 5/6 zu den anderen bereits oben erwähnten Arbeitsgemeinschaften gebildet (vgl. 2.2.3). Im Folgenden soll das Musikklassenkonzept ab der Jahrgangsstufe 5/6 näher erläutert werden. Dabei wird auch auf den regulären Musikunterricht eingegangen.
Die Idee des Musikklassenkonzepts – die Einwahl in Chor-, Bläser- sowie Streicherklassen ist möglich – entwickelte sich aus der Überlegung heraus, wie die Erarbeitung der theoretischen Inhalte des Musikunterrichts mithilfe praktischer Arbeit im Instrumental- bzw. Stimmbildungsbereich bereits ab der Jahrgangsstufe 5 erfolgen kann.
Durch eine Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis werden die fachdidaktischen Inhalte des Unterrichts nachhaltig erlernt und gleichzeitig elementare Grundfertigkeiten im Instrumentalspiel bzw. Gesang erworben. Für die musikalische Arbeit bedeutet dies zudem eine gezielte Nachwuchsarbeit und Förderung talentierter Schülerinnen und Schüler sowohl an der eigenen Schule (z.B. im AG-Bereich) als auch außerschulisch (z.B. in Musikvereinen, Ensembles, Orchestern, Posaunenchören, Chören etc.).
Neben der bereits erwähnten benachbarten Modellschule Obersberg findet auch mit weiteren allgemein bildenden Schulen (z.B. mit der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld oder der Gesamtschule Schenklengsfeld), der Kreismusikschule sowie zahlreichen Instrumental- und Gesangslehrern eine enge Zusammenarbeit statt, um eine qualitativ angemessene Nachwuchsförderung zu ermöglichen.
Im regulären Musikunterricht wird ebenfalls vielfach mit praktischen Anteilen gearbeitet (u.a. mit Percussion- und Orff-Instrumentarium, durch Balladenvertonungen und „Stomp"-Projekte), um nachhaltiges Lernen der Theorie zu fördern.
Vielfältige musikalische Auftritte in der Schule (u.a. „Tag der Offenen Tür", „Schnuppernachmittage", „Adventsbasar", „Verabschiedung") oder außerhalb der Schule (u.a. bei Benefizveranstaltungen, Feierlichkeiten oder musikalische Auslandsfahrten, wie bereits oben z.T. erwähnt) sowohl der Musikklassen als auch der Lerngruppen des regulären Musikunterrichts tragen dabei insgesamt zur „Öffnung von Schule" bei.
Auf der anderen Seite werden in einem durch Praxis gestalteten Musikunterricht ebenfalls in sozialer Hinsicht wesentliche Kernkompetenzen wie Konzentration, Kooperation (u.a. Teamfähigkeit und Rücksichtnahme) und Koordination sowie Lernmotivation maßgeblich geschult. Auch Kompetenzen, die individuelle Persönlichkeitsbildung betreffend, wie sicheres Auftreten vor der Gruppe, Verantwortungsübernahme für sich selbst bzw. andere und eigene bzw. gemeinsame Ziele, werden gefördert.

Unterricht in den Musikklassen
Der 2-stündige Musikunterricht in der Woche erfolgt in den Musikklassen, der Unterricht in den anderen Fächern findet im regulären Klassenverband statt.
Der gesamte Musikunterricht liegt im Stundenplan auf „Band" (dienstags und donnerstags in der 3. und 4. Stunde), so dass sich Schülerinnen und Schüler sowohl aus dem Gymnasialzweig als auch aus dem Förderstufenzweig verbindlich für zwei Jahre in einer Musikklasse – Chor-, Bläser- oder Streicherklasse – anmelden können. Sie erhalten dann, zunächst für diese zwei Jahre, eine Instrumental- oder Gesangsausbildung, gekoppelt an die theoretischen Inhalte des Fachcurriculums.
Zusätzlich zu dem 2-stündigen Musikunterricht bekommen alle Schülerinnen und Schüler der Musikklassen eine weitere Stunde Instrumentalunterricht bzw. Stimmbildung (jeweils in Kleingruppen) durch qualifizierte Kräfte (z.T. in Kooperation mit der Kreismusikschule). Des Weiteren gibt es für die Musikklassen neben dem Stimmbildungs- bzw. Instrumentalunterricht die Möglichkeit, an einer 1-stündigen Vorchor-, Streicher- oder Bläser-AG teilzunehmen.
Seit dem Schuljahr 2013/ 2014 wird das Musikklassenkonzept (1-stündiger Musikunterricht plus eine Stunde Instrumentalunterricht bzw. Stimmbildung) in der Jahrgangsstufe 7 fortgeführt. Für die Jahrgangsstufe 8 ist eine Weiterführung im Schuljahr 2014/ 2015 geplant. Die Schülerinnen und Schüler wählen sich in der Jahrgangsstufe 7 (bzw. 8) für ein Schuljahr verbindlich in die jeweilige oben genannte Musikklasse ein. Die Wahlmöglichkeit besteht zwischen dem regulären Musikunterricht und der Fortführung der jeweiligen Musikklasse. Ein Wechsel zwischen den unterschiedlichen Musikklassen ist nicht sinnvoll, da bereits Erlerntes erweitert werden soll.
Das Angebot der Musikklassen liegt in den Randstunden oder im Nachmittagsbereich, damit alle Schulstufen (Gymnasialzweig oder – nach der Einstufung – Realschulzweig und Hauptschulzweig) dieses besuchen können.
Die Bläser- und Streicherklassen sind in die Arbeitsgemeinschaften Vororchester und Junior-Bigband integriert. Dort treffen sie auch auf Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgangsstufen – die AG´s sind ab der Klasse 7 auch für Schülerinnen und Schüler außerhalb der Musikklassen offen. Durch den gegenseitigen Austausch und das Musizieren auf unterschiedlichen Niveaus wird damit das sichere Instrumentalspiel und Ensemblespiel weiterhin geschult.
Die Chorklassen bleiben aufgrund der Gruppenstärke als Musikklasse im Musikklassenverband zusammen und bilden den Vorchor 7 (bzw. 8), das mehrstimmige Singen wird weiter vertieft. Zusätzlich besuchen sie häufig noch die Chor-AG. In allen Musikklassen werden wiederum die theoretischen Anteile des Fachcurriculums in die Praxis integriert und auch im regulären Musikunterricht werden praktische Anteile aufgegriffen.
Neben den Angeboten aus den Musikklassen heraus (Vorchor 5/ 6/ 7, Streicher-AG und Vororchester, Bläser-AG und Junior-Bigband) können alle Schülerinnen und Schüler, auch außerhalb der Musikklassen, ab der Jahrgangsstufe 7 (in Einzelfällen bereits früher) folgende Arbeitsgemeinschaften wählen:

  • Junior-Bigband
  • GBO-Bigband
  • Vororchester
  • Orchester-AG
  • Chor-AG
  • Bläser-AG (gekoppelt mit Anfängerunterricht)

Voraussetzungen und Kosten zur Einwahl in die Musikklassen
Die Teilnahme an einer Musikklasse setzt sowohl bei Eltern als auch Schüler/ innen einiges voraus, was nur auf dem Wege der Freiwilligkeit erreichbar ist und niemals erzwungen werden kann. So muss ...

  • die Bereitschaft bestehen, ein Musikinstrument bzw. die Funktion der Stimme zu erlernen.
  • das regelmäßige Üben von Schüler/ innen und Eltern als ernst zu nehmende Hausaufgabe verstanden werden.
  • die Bereitschaft bestehen, zu bestimmten Anlässen aufzutreten und dadurch eigene, freie Zeit aufzubringen.

Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Es wird im Allgemeinen angenommen, dass die Schüler/-innen in der 5. Klasse mit dem Instrument neu beginnen. Die Instrumente werden am „Tag der Offenen Tür" und auch noch zu Beginn des Schuljahres vorgestellt, die Wahl erfolgt danach. Eine Teilnahme an den Instrumentalklassen mit instrumentalen Vorkenntnissen ist nach Absprache möglich.

  • Instrumente der Musikklassen:
    Gesang (Chorklasse); Klarinette, Querflöte, Saxophon, Trompete, Posaune, Horn, Tuba (Bläserklasse); Geige, Bratsche, Cello (Streicherklasse).

Ein monatlicher Beitrag für den Instrumentalunterricht (ca. 30,00 € monatlich) und/ oder Instrumentenmiete (ca. 5,00 € monatlich/ Laufzeit 2 Jahre) wird fällig. Ein Instrumentenpool steht zur Verfügung. Auch ein Leihkauf eines Instruments ist möglich. Finanzielle Hindernisse können ggf. von entsprechenden Organisationen aufgefangen werden. Die Chorklassen sind kostenfrei. Zusätzlicher Stimmbildungs- bzw. Gesangsunterricht ist mit ähnlichen Kosten wie bei den Instrumentalklassen verbunden.

 

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