Am Schuljahresende besuchten die Lateinklassen des neunten und zehnten Jahrgangs des Gymnasialzweigs der Gesamtschule Obersberg das Schloss Wilhelmshöhe in Kassel und erlebten nicht nur einen spannenden, sondern auch einen lehrreichen Vormittag.
"Unser Antikentag begann mit dem berühmtesten Bewohner Kassels: Herkules. Schon von Weitem konnten wir das imposante Denkmal sehen, das über der Stadt thront", berichteten die Lateinlehrerinnen Katharina Breikreutz und Nicolle Büttner von ihrer Exkursion mit den Schülerinnen und Schülern der Lateinkurse. Im Schloss Wilhelmshöhe erfuhren sie mehr über den sagenhaften Helden aus der griechischen Mythologie, wie Herkules seine zwölf Aufgaben meisterte – darunter das Erlegen des nemeischen Löwen und das Säubern der Augiasställe. Mit Hilfe der enorm großen Herkules von Faranese-Statue konnten sie sich gut vorstellen, wie stark und klug Herkules gewesen sein muss – und warum er bis heute als Symbol für Mut und Ausdauer gilt.
Anschließend besuchten die Schülerinnen und Schüler die Gemäldegalerie und beschäftigen sich mit zwei berühmten Liebesgeschichten der Antike ein – die von Dido und Aeneas sowie von Kleopatra und ihrem römischen Geliebten. Aeneas strandete auf der Flucht aus dem zerstörten Troja in Karthago, wo Dido sich unsterblich in ihn verliebte, aber wegen Aeneas Auftrag musste er seine Reise nach Italien fortsetzen und verließ Dido. Diese Geschichte zeigte, wie stark Liebe, Pflicht und Schicksal in der antiken Welt miteinander verstrickt waren.
Auch die Erzählung von Kleopatra, der letzten Königin Ägyptens, beeindruckte die Schülerinnen und Schüler. Ihre Beziehungen zu Julius Caesar und später zu Marcus Antonius waren nicht nur romantisch, sondern auch politisch hoch brisant. Am Ende kostete ihre Liebe zu Antonius sie nicht nur den Thron, sondern auch das Leben. "Diese dramatischen Geschichten zeigten uns, wie eng Liebe und Macht in der Antike verbunden waren – und wie bewegend die Schicksale dahinter sein können", so die Lateinlehrerinnen.
Zum Schluss widmeten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema römische Mode und durften dort römische Tuniken und Togen anprobieren – natürlich mit passenden Gürteln und Fibeln (eine Art Brosche). Einige der Schüler liefen danach wie römische Senatoren durch das Schloss. Nach der harten geistigen Arbeit durften die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen noch die Innenstadt von Kassel erkunden. Insgesamt war der Antikentag in Kassel eine tolle Mischung aus Lernen und Mitmachen, sodass der Ausflug allen lange in Erinnerung bleiben wird.



Text und Fotos: Katharina Breitkreutz
