Waldjugendspiele der 7. Klassen
Entdecken, ausprobieren, gemeinsam anpacken, bei den diesjährigen Waldjugendspielen konnten die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen den Wald rund um den Obersberg auf ganz besondere Weise erleben.
Bereits zum zweiten Mal fanden die Waldjugendspiele am und rund um den Obersberg statt. Nachdem sich der neue Veranstaltungsort im vergangenen Jahr als ideale Umgebung für diesen besonderen Projekttag erwiesen hatte, stand schnell fest: Auch in diesem Jahr sollte der Wald direkt vor der Schultür wieder zum „lebendigen Klassenzimmer“ werden. Die unmittelbare Nähe zur Schule bietet dabei nicht nur kurze Wege, sondern vor allem die Möglichkeit, Natur unmittelbar und mit allen Sinnen zu erfahren.
Unter dem Motto „Die Natur mit allen Sinnen erleben“ begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf einen etwa vier Kilometer langen Parcours durch Wald und Flur. Entlang der Strecke warteten insgesamt neun abwechslungsreiche Stationen, an denen die Jugendlichen auf spielerische und zugleich praxisnahe Weise ihr Wissen über den heimischen Wald erweitern konnten.
Dabei war an den einzelnen Stationen für Abwechslung gesorgt: Die Schülerinnen und Schüler übten sich zum Beispiel in der Bestimmung verschiedener Blätter oder stellten ihr Wissen über heimische Tiere unter Beweis. Beim Erraten von Tieren, im Waldtier-Memory oder an den Fühlkästen waren gute Beobachtungsgabe, Erinnerungsvermögen und vor allem der Tastsinn gefragt. Eine besondere Herausforderung stellte die Moorüberquerung dar, bei der die Jugendlichen gemeinsam überlegen und geschickt vorgehen mussten, um die Aufgabe als Team zu bewältigen.
Betreut wurden die Stationen von Lehrkräften der Fachschaft Biologie sowie Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen. Die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler übernahmen dabei Verantwortung und unterstützten die jüngeren Schülerinnen und Schüler bei den verschiedenen Aufgaben. So entstand ein abwechslungsreiches Miteinander der Jahrgangsstufen.
Neben der Vermittlung biologischer und ökologischer Kenntnisse stand bei den Waldjugendspielen vor allem das gemeinsame Erleben und Handeln im Mittelpunkt. Viele Aufgaben waren so gestaltet, dass sie nur im Team erfolgreich bewältigt werden konnten. Die Jugendlichen mussten sich absprechen, einander unterstützen und gemeinsam Lösungen finden. Auf diese Weise wurden ganz nebenbei Teamgeist, Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme gestärkt.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Tages war der gemeinsame Umwelteinsatz. Mit Müllsäcken ausgestattet, sammelten die Schülerinnen und Schüler unterwegs alles ein, was sie an Abfällen im Wald und am Wegesrand entdeckten. Leider wurde dabei schnell deutlich, dass auch in der Natur noch immer eine beträchtliche Menge Müll zurückbleibt. Insgesamt kamen dabei über 20 Glasflaschen, ein Gummi vom Autoreifen, leere Dosen, Süßigkeiten-Verpackungen, alte Spielsachen und Bälle zusammen. Locker so viel Müll, dass man eine Badewanne füllen könnte. Gemeinsam schleppten die Jugendlichen die gesammelten Abfälle zum bereitgestellten Müllcontainer. Damit leisteten sie nicht nur einen praktischen Beitrag zum Schutz und zur Sauberkeit ihrer unmittelbaren Umgebung, sondern setzten sich auch ganz konkret mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen achtlos weggeworfener Müll auf Pflanzen, Tiere und den gesamten Lebensraum Wald haben kann.
Organisiert und vorbereitet wurden die Waldjugendspiele von der Fachschaft Biologie, die dabei auf die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahr zurückgreifen konnte. Die Stationen wurden weiterentwickelt und erneut so zusammengestellt, dass sowohl naturwissenschaftliche Inhalte als auch gemeinschaftliche Aktivitäten ihren Platz fanden.
„Den Wald als lebendiges Klassenzimmer zu nutzen, wenn er zudem direkt vor der Schultür liegt, bietet sich einfach an“, so die Fachschaft Biologie. Denn gerade die unmittelbare Begegnung mit der Natur ermöglicht Erfahrungen, die im klassischen Unterrichtsraum nur schwer vermittelt werden können: Ein Blatt selbst zu bestimmen, die Struktur eines Waldbodens zu ertasten, Tiere anhand ihrer Merkmale zu erkennen oder gemeinsam eine Aufgabe inmitten des Waldes zu lösen, macht biologische Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar.
Die Waldjugendspiele waren somit weit mehr als ein gewöhnlicher Ausflugstag. Sie verbanden biologische Wissensvermittlung, Bewegung, gemeinschaftliches Lernen und praktischen Umweltschutz miteinander. Vor allem aber boten sie den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, ihre direkte Umgebung einmal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und den Wald mit allen Sinnen zu entdecken. So wurde der Obersberg für einen Tag zum Klassenzimmer unter freiem Himmel – und zeigte eindrucksvoll, wie spannend, vielfältig und schützenswert die Natur direkt vor unserer Haustür ist.






© Fotos: Linda Wiegandt
