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Fußball im Deutschunterricht

hr1-Sportreporter Carsten Schellhorn unterrichtet an der Gesamtschule Obersberg

Was war denn da am Freitag, 25. Juni, in der Klasse G9a der Gesamtschule Obersberg los? Alle Schülerinnen und Schüler waren in Deutschlandtrickots gekleidet, überall im Klassenraum waren Fahnen aufgehängt und die Vuvuzelas tröteten. Außerdem war da plötzlich noch ein Übertragungswagen des Hessischen Rundfunks.
Was hessenweit so viel Aufsehen erregte, fing ganz klein und spontan an: Der Radiosender hr1 hatte am Mittwochmorgen vor dem Deutschlandspiel gegen Ghana dazu aufgerufen, telefonisch Erwartungen für das Spiel zu äußern. Als Deutsch- und Sportlehrer Jens Junek in die Schule fuhr, hörte er im Radio etliche Anrufe von Hörern, die sich allesamt sehr pessimistisch zeigten. Bei dem Sportlehrer und Fußballliebhaber erregte das Ärger, Unverständnis und den Wunsch zu erfahren, ob denn die gesamte Bevölkerung so denke. Die Radiosendung wurde daher schnell zum Thema des Deutschunterrichts und die Klasse zeigte ebenfalls nur wenig Verständnis für die Einschätzungen, die da im Radio zu hören waren. Was nun passierte, ging alles recht schnell: Herr Junek griff zum Handy, schaltete den Lautsprecher ein und um kurz vor neun konnte ganz Hessen im Radio lautstark vernehmen, was die Klasse G9a über das bevorstehende Spiel dachte. Der Anruf verursachte nicht nur, dass danach fast nur noch positive Einschätzungen beim Sender eingingen, die Reaktionen auf den Anruf waren so groß, dass der Hessische Rundfunk sich bei der Klasse G9a für die Unterstützung der Nationalmannschaft bedankte: Sollte Deutschland das Achtelfinale erreichen, so die Abmachung, käme der Sportreporter Carster Schellhorn nach Bad Hersfeld und würde eine Unterrichtsstunde zum Thema „Sportreportagen und Fußballweltmeisterschaft" halten.
Den Ausgang des Spiels gegen Ghana kennen wir alle. Und so informierte Profi-Reporter Schellhorn die Schülerinnen und Schüler darüber, wie Interviews geführt, Radioreportagen aufbereitet und Meinungsbildung im Radio gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen und auch Fachsimpeleien über das bevorstehende Englandspiel kamen nicht zu kurz. Dazu wurde aus dem Unterricht teilweise live gesendet. Für die Klasse G9a war das nicht nur ein Erlebnis, das sie so bald nicht vergessen werden, es war auch höchst interessanter Unterricht, in dem sich zeigte, wie gewinnbringend es sein kann, Experten in den Unterricht zu integrieren. Was zunächst also wie ein lustiger Einfall aussieht, ist eine Bereicherung des Unterrichts, die aber nur möglich ist, wenn die Schule bereit ist, sich dem wirklichen Leben außerhalb der eigenen Mauern zu öffnen.
J.Junek

 

 

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