logo neu

Gesundheitsbotschafter an Schulen

osthessen-news, Artikel vom 16.07.2014

Gesundheitsbotschafter an Schulen: Ausbildung am Grönemeyer-Institut

16.07.14 - BAD HERSFELD - Immer mittwochs in der ersten großen Pause verwandelt sich der Pausenraum der Gesamtschule Obersberg auf der Ebene 3 in ein Spiel- und Bewegungsparadies. Maja Litzenbauer, Jeannine Barthel, Marvin Weppler, Jannik Weber, Melissa Huff und Leon Schäfer sind die ausgebildeten Gesundheitsbotschafter aus der Klasse R 7d, die einige Minuten früher den Unterricht verlassen dürfen, um einzelne Stationen aufzubauen und die benötigten Utensilien für Bewegungs- und Konzentrationsspiele bereitzulegen.

Von den aufmerksamen Gesundheitsbotschaftern angeleitet, können die Fünftklässler nach dem Läuten der Schulglocke ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Lehrerin Sina Budesheim-Götz und die von ihr betreuten, nach ihrer Einschätzung „sehr verantwortungsbewussten" Mädchen und Jungen möchten vor allem den jüngeren Schülern den Stellenwert Gesundheit im Schulalltag näher bringen.

Die Gesundheitsbotschafter an der Gesamtschule Obersberg, der Gesamtschule Schenklengsfeld und der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg, die von den Lehrerinnen Christiane Heer und Maria Riemenschneider betreut werden, bilden ein kleines regionales Netzwerk, das in dieser Form in Hessen einzigartig ist. Koordinator Peter Bikoni, Lehrer an der GSO, beschreibt den Anspruch an die Gesundheitsbotschafter: „Sie sollen befähigt werden, besser auf ihre eigene Gesundheit zu achten und zugleich andere zu einem gesünderen Leben zu bewegen. An ihren Schulen können die „GeBos" ihr erworbenes Wissen praktisch erleben und ausprobieren. Sie sind die Multiplikatoren, die von ihren Mitschülern anerkannt werden. Gleichzeitig erfahren sie durch ihre Tätigkeit eine Stärkung der eigenen Persönlichkeit".

Innerhalb des Netzwerkes findet ein regelmäßiger Austausch über die Aktionen an den einzelnen Schulen statt. Im Wesentlichen sind dies Bewegungsangebote, Vorstellung der Tätigkeit bei Gesamtkonferenzen, Entwicklung eines „Bewegungskalenders", gemeinsames Kochen und Gewinnung von Nachwuchs beziehungsweise die Ausbildung von Multiplikatoren in den einzelnen Klassen. Um das alles zu kommunizieren und auszuführen, müssen die interessierten Lehrer, Schülerinnen und Schüler sich vorab an zwei Tagen im Grönemeyer-Institut an der Ruhr-Universität in Bochum ausbilden lassen. Ihr Stundenplan umfasst Ernährung, Bewegung und Gleichgewichtsübungen.

Professor Dietrich Grönemeyer, der Bruder des Musikers Herbert Grönemeyer, fordert schon seit Jahren, Gesundheitsunterricht an Schulen einzuführen. „Körper und Geist bilden eine Einheit", ist eine weitere Aussage von Grönemeyer, der auch Autor mehrerer Gesundheitsbücher, darunter das Buch „Der kleine Medicus" ist und die Kinder und Jugendlichen persönlich und mit Unterstützung von vielen Referenten an die „Gesunde Schule" heranführen will. Dank dem regionalen Netzwerk in Waldhessen bekommt Grönemeyers Botschaft an den drei beteiligten Schulen die verdiente Beachtung, zumal es von Vorteil ist, dass die Kinder in der Schule regelmäßig erreicht werden.

Einen besonderen Erfolg feierte die Gruppe aus Schenklengsfeld, die von der Lehrerin Julia Renz geleitet wird. Sie hatte für den Filmwettbewerb der hessischen Unfallkasse zum Thema „Ballsport – aber sicher" einen Kurzfilm zu den Gefahren beim Basketballspielen gedreht, damit den ersten Platz belegt und ein Preisgeld in Höhe von 700 Euro gewonnen.

Gesundheitsbotschafter der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg und der Gesamtschule Obersberg wurden im Rahmen der 12. Kasseler Gesundheitstage auf der Bühne des „Blauen Saals" der örtlichen Stadthalle von Meikel Pedrana, dem ersten und einzigen Radio-Koch, zum gemeinsamen Kochen empfangen. Kochkurse sind das eigentliche Geschäft des Profis, der nicht nur gut kochen, sondern sein Wissen auch bestens vermitteln kann. Nachdem er die kulinarische Richtung vorgegeben hatte, wurde geschnippelt, geknetet und gewürzt. Nach gut einer Stunde waren die – ausschließlich vegetarischen – Köstlichkeiten fertig. Sie fanden bei dem fachkundigen Publikum reißenden Absatz und wurden allseits gelobt.

Ebenfalls keine Reste gab es bei der gemeinsamen regionalen Fortbildung zum Thema „Ernährung" vergangene Woche in Schenklengsfeld. Bei Ernährungsberaterin Ingrid Acker erweiterten die „GeBos" ihr Wissen über Nahrung und Inhaltsstoffe und diskutierten in einem „World Cafe" über Möglichkeiten, ihre Erkenntnisse an Mitschüler weiterzugeben, bevor in der Küche gemeinsam mit den Lehrkräften und Sebastian Klaar, dem hessenweiten Organisator der „GeBos", gekocht wurde.

Es gibt Untersuchungen im Auftrag des Hessischen Kulturministeriums, die zeigen, dass Kinder, die Gleichgewichtsstörungen haben, auch schlechtere Noten in Mathe oder Deutsch bekommen. Umgekehrt zeigt die Leistungskurve der gesundheitsbewussten Bewegungsschüler steil nach oben. Ein weiterer Pluspunkt für dieses wirklich vorbildliche Projekt, das bundesweit Schule machen sollte. (Gudrun Schmidl) +++

Fotos unter: http://osthessen-news.de/n1251303/bad-hersfeld-gesundheitsbotschafter-an-schulen-ausbildung-am-gr-nemeyer-institut.html

Wir verwenden ausschließlich Session-Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind. Es werden keinerlei Tracking-Cookies gesetzt.