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Ohrwürmer im Kopf

Abschlusskonzerte in der Stiftsruine mit mehr als 180 Mitwirkenden

Hersfelder Zeitung, Beitrag vom 10. September 2018

BAD HERSFELD. Knapp 4.000 Menschen hatten in Bad Hersfeld an diesem Wochenende etwas gemeinsam: Sie alle genossen die Konzerte, die der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg zusammen mit dem Blechbläser-Ensemble der GSO und MSO sowie der Konrad-Duden-Schule unter der Leitung von Ulli Meiß in der Stiftsruine gab.

Die 158 Sängerinnen und Sänger und 30 Instrumentalisten bezauberten ihr Publikum mit Interpretationen vom Volkslied aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bis zum Popsong und hinterließen zahllose Ohrwürmer
in den Köpfen ihrer Zuhörer.
In diesem Jahr standen neben den Bad Hersfelder Chören die Mitglieder des Cheorwon Boys and Girls Choir aus Südkorea mit ihrer Leiterin Hye-Won Jang auf der Bühne. Neben einer sehr charmanten Version von Franz Schuberts „Forelle“ und dem Jägerchor aus dem „Freischütz“, die sie teils auf Deutsch, teils auf Koreanisch sangen, hatten sie Volkslieder und -tänze aus ihrer Heimat mitgebracht, die sie in farbenprächtigen traditionellen Kostümen vortrugen. Besondere Faszination übte ein Tanz mit bunten Fächern aus, bei dem die Tänzerinnen mit ihren Fächern die besungenen wilden Rosen von Arirang zum Leben erweckten. Die Chöre und das Bläserensemble beeindruckten durch Lebendigkeit und Frische und durch brillanten und farbenreichen Klang. Mit gefälligen und populären Stücken wie dem Walzer „An der schönen blauen Donau“, dem dem Film-Hit „Ich hätt getanzt heut nacht“ brachten sie das Publikum zum Mitklatschen. Ruhigere Songs wie der Hit „Sounds of Silence“ und der von Marisa Linß gesungene James-Bond-Klassiker „Skyfall“ erzeugten Gänsehautstimmung. Neben Marisa Linß waren auch Martin Gellert,  Sophia Götz und Matheus Drzewiecki als Solisten zu hören. Auch von ihrer Reise nach Namibia hatten die jungen Musiker musikalische Souvenirs mitgebracht. Besonders eindrucksvoll wirkte die Nutzung des Raumes. So war das Publikum gleich zu Beginn bei „Conquest of Paradise“ von den Sängerinnen und Sängern umringt und badete gleichsam im Klang. Felix Mendelsohn-Bartholdys romantisches Lied „O Täler weit, o Höhen“ wurde aus dem hinteren Zuschauerraum von einem Doppelquartett interpretiert, das seine „Antwort“ von einem Bläserquartett aus der hinteren Apsis erhielt.
Kleine Gags brachten zusätzliche Würze in das Programm, so der Jäger mit dem Holzgewehr, der vom Chor in die Flucht geschlagen wurde, die Becken, die bei „Major Tom“ quasi schwerelos im Hintergrund schwebten, die von Björn Diehl und Dirk von Sierakowsky gespielten improvisierten Aida-Fanfaren, die aus Gartenschläuchen und Haushaltstrichtern bestanden, und Björn Diehl der mit Taucherflossen und Schnorchel bewies, dass auch eine Muschel durchaus als Blasinstrument taugt.

von Ute Janßen