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Von Spuren, Gefahren und Einsätzen

Die Klasse G8d der Gesamtschule Obersberg besuchte die Bad Hersfelder Polizeistation

Beitrag aus der Hersfelder Zeitung vom 25. September 2019

Bad Hersfeld. „Wenn wir zum Tatort kommen, sind die Täter meistens schon weg“, berichtet der 59-jährige Polizeihauptkommissar Eckhard Kosanke, der sich heute Morgen ausgiebig Zeit für uns nimmt. Gemeinsam sind wir von der Schule zur Polizeistation gewandert, um unser vorbereitetes Interview mit einem Spezialisten zum Thema Einbrüche durchzuführen. Wir sind schon etwas früher dran, sodass unser Interview mit Herrn Kosanke pünktlich um 10 Uhr beginnen kann. Sehr nett werden wir empfangen und gehen direkt in einen großen Konferenzraum. Eckhard Kosanke ist schon seit 29 Jahren im Dienst der Hersfelder Polizei, er kann uns viel aus seinem reichen Erfahrungsschatz berichten. Einen umfangreichen Fragenkatalog haben wir vorbereitet, der weit über das eigentliche Thema Einbrüche hinausgeht. Aber Herr Kosanke beantwortet alle Fragen geduldig. 

Wir merken schnell, dass man ihn so leicht nicht aus der Reserve locken kann. Typische Vorgehensweisen gebe es beispielsweise nicht, erklärt er auf die Frage, ob Einbrüche immer gleich ablaufen würden: „Jeder Einbrecher hat sein eigenes Muster.“ Die meisten seien aber maskiert und daher zum Beispiel auf Überwachungskameras nicht zu erkennen. Gespannt vertiefen wir uns weiter in das Thema, gerade die Ermittlungsarbeit ist für uns besonders interessant. „Die Dauer der Ermittlungen hängt davon ab, wie schwerwiegend die Vergehen sind und wie viele Hinweise es gibt“, berichtet der Polizeihauptkommissar. 
Zu den Hinweisen zählen natürlich Klassiker wie Fingerabdrücke und Zeugenaussagen, aber auch Werkzeugspuren und zurückgelassene DNA. „Aber so wie im Fernsehen ist es natürlich nicht“, muss Herr Kosanke über unsere Vorstellungen schmunzeln, „der Großteil der Arbeit von Polizisten besteht in der Computerarbeit.“ Wichtig sei, dass die meist spärlichen Spuren nicht verwischt werden, deshalb würden auch die Bewohner gebeten, sich von Tatorten fernzuhalten. 
„Die Täter haben es meistens auf kleinere Gegenstände wie Bargeld und Schmuck abgesehen.“ Das macht die Ermittlungsarbeit nicht gerade leichter. „Die Aufklärungsrate im Kreis Hersfeld-Rotenburg liegt bei 22,6 Prozent.“ Die Zahl kommt uns klein vor, aber sie liegt über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Auf unsere Frage nach den schlimmsten Einbrüchen berichtet Herr Kosanke von einer Serie von Aufsprengungen von Geldautomaten, die auch beträchtliche Gebäudeschäden verursacht hätten. Auch einige nützliche Tipps hat er für uns parat, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann, am wichtigsten ist ihm aber: „Wenn ihr einen Einbruch zu Hause bemerkt, nehmt die Sache nicht selbst in die Hand!“ In diesem Fall sollte man sich am besten selbst einschließen, also sich verstecken und sofort die Polizei rufen. 
Wir sind aber auch darüber hinaus neugierig und fragen nach den Gefahren und schlimmen Erlebnissen im Polizeiberuf. Herr Kosanke berichtet nicht nur von einigen „hochgefährlichen“ Einsätzen, die er schon mitgemacht hat. An dieser Stelle gerät der sonst so souveräne Hauptkommissar ins Stocken. Man merkt ihm deutlich an, wie nahe es ihm geht,als er uns vom Tod eines Kollegen im Einsatz berichtet. Das macht auch uns betroffen. 
Was wir aber vor allem mitnehmen, sind vielfältige Eindrücke und Einsichten in die Polizeiarbeit, die wir so nicht erwartet hatten. Nach fast zwei Stunden, in denen geduldig unsere Fragen beantwortet werden, werden wir zum Abschluss noch durch die Polizeistation geführt. Hier lernen wir noch das kriminaltechnische Labor kennen. Auch die erkennungsdienstliche Behandlung von Verdächtigen wird uns vorgeführt, bevor wir zum Abschluss noch den Zellenblock kennenlernen. Hier wird zum Glück niemand zurückgelassen und so geht ein spannender und informativer Tag außerhalb der Schule zu Ende.

von der Klasse G8d der Gesamtschule Obersberg

Erlebten einen spannenden Vormittag bei der Polizei: Die Schüler der Klasse G8d der Gesamtschule Obersberg stellten Hauptkommissar Eckhard Kosanke (linkes Foto, hinten) jede Menge Fragen. Schüler Nicolas ließ direkt ein erkennungsdienstliches Bild von sich aufnehmen.

 

 

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