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Bunte Geschichts-Collage zu Wiedervereinigung und einem Ost-West-Roman

Geschichts-Collage: Die Gesamtschule Obersberg präsentierte ihr Projekt "30 Jahre Mauerfall im Rahmen der Aktionen zu „Bad Hersfeld liest ein Buch“ - in diesem Jahr "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge.

Beitrag vom 13. November 2019 auf www.lokalo24.de

Bad Hersfeld - Drei neunte Klassen der Gesamtschule Obersberg beschäftigten sich mit dem Thema „30 Jahre Mauerfall“. Da passte der „Bad Hersfeld liest ein Buch“-Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge perfekt in das Projekt. Die Teilung von Deutschland in BRD und DDR war das Thema des Abends, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte im Audimax der Schule präsentierten.

In einer Collage aus Chorgesang, Theater, Filmen, Geschichten, einer Talkrunde und orchestraler Musik nahmen sich neben den Schulklassen auch der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg unter der Leitung von Ulrich Meiß und die „Symphonic Knights“, das Schulorchester unter der Leitung von Tatjana Beyer, dem Thema an. Schlüsselszene „Freiheit“, „To everything there is a season“ und „Die Gedanken sind frei“ sang der Chor und stimmte damit auf das Thema ein, das vor allem in Ostdeutschland die Menschen 40 Jahre lang beherrschte.

Hymne der Wiedervereinigung

„Freiheit ist die Hymne der Wiedervereinigung“, sagte Gymnasialzweigleiterin Cornelia Handke in ihrer Begrüßung. Sie stellte auch kurz den Inhalt des Romans vor, aus dem die Klasse G9d eine der Schlüsselszenen vorspielte: den 90. Geburtstag des regimetreuen Wilhelm Powileit, bei dem mehrere der im Roman handelnden Personen aufeinandertreffen. In einer „Talkshow“ präsentierte die Klasse G9b Menschen aus Ost und West, die über von ihren jeweiligen Lebensumständen erzählten. Die Klasse G9e hatte recherchiert und Geschichten von „Republikflüchtlingen“ gesammelt. Auch die Entwicklung und den Bau der Grenzbefestigungen auf der Seite der DDR zeigten die Schüler auf.

Theaterspiel über zwei Menschen

Über zwei Menschen, die als Jugendliche zunächst beide in der DDR leben, aber durch Flucht getrennt werden und später unverhofft wieder aufeinandertreffen, hatten Dominik Brack, Johanna Erhard, Paul Jäger und AbdulRahman Arafat ein Rollenspiel erarbeitet. Gemeinsam mit Schülern der G9e spielten sie die Szenen, die – ebenso wie „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ – einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten überspannten.

Beeindruckend war, wie die alle Protagonisten des Abends die die DDR und die 40-jährige Teilung Deutschlands nur aus Geschichtsbüchern und Erzählungen kennen können, sich in die Gedankenwelten von Ost und West hineinversetzen konnten.

Auch die Auswahl des Schulorchesters vereinigte die Geschichte Deutschlands ab den 1950er Jahren: „Auferstanden aus Ruinen“ stand neben „Einigkeit und Recht und Freiheit“, „Wind of Change“ neben „Freude schöner Götterfunken“. Warum allerdings „Lambada“ erklang, erschloss sich nicht unmittelbar. Man könnte einen Bogen zu Ruges Roman spannen, dann allerdings nur sehr weitgefasst, denn der Roman spielt teilweise in Mexiko. „Lambada“ stammt jedoch aus Brasilien.

Tiefer Einblick in Ost und West

Dennoch: Die Schüler gaben am Dienstagabend einen tiefen Einblick in die Welt von Ost und West und schlugen einen Bogen zur Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Den beteiligten Lehrkräften am Projekt „30 Jahre Mauerfall“ ist es zu verdanken, dass auch die neuere Geschichte Deutschlands nicht in Vergessenheit gerät. Und Ruges Roman, der Jugendlichen von heute sozialkritisch die DDR erlebbar macht, ist im Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung sicherlich die richtige Wahl gewesen.

Beitrag und Fotos von Christopher Göbel

 

 

 

 

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